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Fair(y) Tales
Fotografien: 76
Veröffentlichung: 2017
 

 

Es hat den Anschein, als gäbe es inmitten der Vielfalt unserer Träume eine Grundkonstante: Die Sehnsucht nach einem paradiesischen Leben, die Hoffnung, Glücksgefühlen Dauer zu schenken. Seit Menschengedenken wird dieses ersehnte irdische Paradies in die schöne Ferne entrückt. Aber haben tatsächlich alle Orte die gleiche Entfernung zum Paradies? Liegen manche Plätze nicht näher, vielleicht sogar verführerisch nah?

Um diese Fragen zu erkunden, begab sich der Fotograf Robert Rutöd ins burleske Reich der Fachmessen und Ausstellungsflächen. Ein knapp zehnjähriger Streifzug durch materialisierte Traumwelten, der nun in „Fair(y) Tales“ visuell nacherzählt wird.

Und im grotesken Reich der Must-haves und Megatrends gibt es jede Menge zu bestaunen: zum Platzen schöne Botox-Lippen (Beautymesse), fesselnde Sado-Maso-Outfits (Erotikmesse), bunt bemalte, eiförmige Kindersärge (Bestattungsmesse), sonnige Palmenstrände mit Heizlüftern (Ferienmesse) oder mit Haarspray aufpolierte und frisierte Zuchtbullen (Landwirtschaftsmesse).

Eine Vorschau auf Fair(y) Tales zu sehen auf der Kunstmesse Parallel Vienna 2016

Pompe funèbre am Catwalk, ein Kapitel aus Fair(y) Tales,
beim Kolga Tbilisi Photo Festival 2012 in Georgien (Photo © Sandro Asatiani)


„Fair(y) Tales ist die Summe an Eindrücken, einer mich von Kindheit an faszinierenden Welt. Waren es damals lediglich zwei Allerweltsmessen pro Jahr, gibt es heute wohl keinen Lebensbereich mehr, für den nicht auch eine eigene Messe veranstaltet wird. Heute wie damals lasse ich mich nur zu gerne verzaubern und nehme die Einladung möglichst oft an, in diese Welt der Attraktionen und Superlativen abzutauchen. Alice im Wunderland gleich wandle ich von der Schnuppermassage zum zertifizierten Schlafberater, von der Modeschau der Bestatter zur Weinverkostung, vom Garten der Lüste zu den Himmelsleitern in der Gartenschau. Im Getümmel zwischen den Hörnern preisgekrönter Rinder-Champions, die auf ihren Fototermin für den Zuchtkatalog warten, kann einem mitunter auch schon etwas mulmig werden. Aber wie heißt es oft so schön? Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.“



Baltic Biennale of Photography
25. Mai bis 16. Juni 2017

Fair(y) Tales in der Kaliningrad Art Gallery, Russland. Eine Ausstellung anlässlich
der Baltic Biennale of Photography 2017 (Photo: tvoybro.com)

 
     
DOWNLOAD   Info sheet: Fair(y) Tales (pdf) English, Deutsch
LINKS   Pompe funèbre am Catwalk (vimeo)
    Beauty Fair, teaser (YouTube)
    The Juicer, teaser (YouTube)